Sportklettern und Klettern in Griechenland

Bericht von Babsi und Reinald

Die Artikel aus Rotpunkt 2/2000, Klettern 3/2001 und die Infos auf der Website www.center.gr/climb waren unsre einzigen Infos, aber wir konnten uns recht gute damit vergnügen. Da wir ziemlich schlechte und auch nicht sehr fleissige Kletterer sind haben wir natürlich nur sehr wenige Angaben "kletternd" verifiziert, aber ein bisschen schlauer sind wir doch geworden. Ausserdem haben wir eine Liste der Touren mit den Schwierigkeiten vom Kletterklub Sparta für das Gebiet "Langada" erbettelt.

Überwiegend sind die Angaben in den Artikeln korrekt, manchmal zu korrekt: d.h. wenn als Sicherung "Bolts" steht, gibts manchmal wirklich nur Bolts, aber keine Hänger (Sektor A in Hatzouri und einige wenige Touren in Kalogria) ist aber nur die Ausnahme.

Und das haben wir sonst noch verifiziert:

Pili hat sehr schöne Touren, ist sehr gut abgesichert und das Topo ist o.k, obwohl man erst rausfinden muß, ob man Zwischenstand machen muß, d.h. ob 60 m wieder auf den Boden reichen oder nicht. Zwischenstände sind vorhanden, evtl. braucht man Schlingen um 2 Bolts zu verbinden. Ausserdem hängen die ersten Bolts ziemlich hoch, der Weg dorthin ist aber nie brenzlig.

In Elati gibts zwar nur eine Hand voll Touren, sind aber alle 2 SL und oben mit schönen Henkelüberhängen. Der Fels isst oben zwar nicht fest aber bei der guten Sicherung kein Problem.

Mouzaki ist wunderschön hergerichtet mit befestigten Hinweisschildern, Zugang, Terassen, Tisch und Bank wie im Biergarten usw. Es ist zwar das Zentrum der Hardmover aber direkt daneben gibts 4 oder 5 lange tolle Touren so um die 6a.

Viel Potential gäbs in Theopetra gleich neben Meteora, aber da wir keine Topos hatten und die Touren so zwischen 6b und 7b aussahen wollten wir noch einige Jahre warten, bis unsere künstlichen Fingergelenke eingebaut sind.

Der Hauptsektor und der Sektor Training nahe am Strand von Kalogria sind ganz leicht zu finden. Der Sektor "Traininig" ist super eingerichtet und hat auch noch 2 ganz neue Touren, so um die 6a+. Der Hauptsektor reicht direkt bis and die Strasse und ist auch gut eingerichtet, allerdings nicht die wenigen leichteren Touren, die haben entweder gar nichts, keine Hänger oder altes Material. Die Übersichtszeichnung mit den Sektoren in Rp hilft ansonst nicht allzuviel und ist auch nicht korrekt. Deshalb schwitzten wir durch Spinnweben, Gestrüpp usw. auf der Suche nach dem Sektor Prokopos. Es ist der Sektor mit der grossen Höhle (aber ohne Kirche), rechts vom Sektor Panagia (mit grosser Höhle und Kirche, zu dem die Schotterstrasse raufführt). Um zum Prokopos zu gelangen einfach am Sektor Training rechts vorbei und rauf zur Höhle oder den Wänden links und rechts der Höhle. Die Route "Sex Machine" ist in der Höhle angeschrieben. In der Wand links der Höhle sind 2 wunderschöne lange Touren (60 m reichen), gut gesichert und so um die 6a+. Rechts unterhalb der Höhle sind neue Touren in den grauen Platten in den Rissen gebohrt (leicht), 2 davon haben eine Verlängerung nach oben (5c oder 6a). 60 m reichen für die Platte und Verlängerung.

Der "Ostsektor" (der einzige Sektor mit angeblich leichteren Touren) in Alepohori ist nicht östlich des Hauptsektors, sondern auf der Rückseite des Berges. Am von der Strasse aus gut sichtbaren Hauptsektor vorbeifahren und am Ortseingang bei der Brücke (eine Art T-Kreuzung, bzw. scharfe Rechtskurve) eine Schotterstrasse links abbiegen und ein paar Kehren (steil und holprig) rauf. Der Zustieg ist rot markiert und die Bolts sollte man von der Strasse aus schon blinken sehen. Die Touren dort sind ganz neu und gut gesichert aber steil, microgriffig und messerscharf, die 5c's kommen mir vor wie 6b's. Der "Hauptsektor" hat ausser einer ganz leichten und einer 7-Tour ganz rechts nur schwere Sachen, d.h. wunderschöne überhängende Sinterkletterei.

Für Hatzouri stimmen die Infos aus dem Klettern-Artikel leider ganz und gar nicht. Zumindest nicht im für uns bekletterbaren A-Sektor. Wir sahen nur 2 Touren mit Bolts und die hatten keine Hänger. Da das Potential für leichte Touren aber auch dort enorm war beschlossen wir in 15 Jahren wieder zukommen, wenn die Griechen den Kletter-Breitensport als Geldquelle entdeckt haben.

Die Infos für Langada bei Mistras im Taigetosgebirge stimmen haargenau, sogar auf der Strasse steht ein Schild "Climbing-Park Langada", die Zustiege sind perfekt beschildert und hergerichtet, die Touren sind am Einstieg mit Nummer und Namen angeschrieben, wir wußten nur nicht wie schwer sie sind. Also bekam "on sight" eine zusätzliche Dimension. Jedenfalls können wir diese Lücke schliessen helfen. Am Abend vor unserer Abreise bekamen wir die Routenliste.

Nicht ganz so einladend war Varassova. Erstens gibts es dort keinen Camping in der Nähe und die Touren sind ziemlich altmodisch eingerichtet und viele auch recht speckig.

Fazit: GR ist wirklich auch für uns schlechte Plaisir-Kletterer wunderschön. Die paar Ungenauigkeiten sind nicht der Rede wert und allein im Taigetos Gebirge zwischen Sparta und Kalamata gibt es noch ca. 3 Verdonschluchten zum einbohren. Also hoffen wir, daß wir in 20 Jahren noch fit genug sind.

Normalerweise sind die Touren sehr gut eingerichtet, manchmal im besten Abstand für Angsthasen. Nicht 100% sind die Umlenker, bzw. Abseilstellen. Manchmal gibt es nur einen einzementierten Ring, oft keine Verbindung zwischen 2 Bolts und einige geschraubte Kettenglieder waren so eingehängt, daß man sie beim Ablassen aufdrehen könnte - also ein bisschen auf die Hardware aufpassen.

Als Ausgleichssport kann man von Meteora und vor allem von Mistras aus ganz super radfahren und in Kalogria "beachen".