Das richtige Zelt für Sie - Tipps zum Zeltkauf
Bei Bergsteiger- und Camping-Zelten ist das Angebot auf dem Markt riesig
- aber welches Zelt ist das passende für Sie? Hierzu einige Tipps vor
dem Kauf:
- Platzangebot
Die Größe von Zelten wird meist in der Anzahl an Personen, die
darin Platz finden angegeben - so existieren Zelte von 1-Personen-Zelt
bis zum 4-Personen Zelt. Noch größere Familienzelte oder Gruppenzelte für
Basislager sind ebenfalls erhältlich. Diese Personenzahl sagt aber nichts
über den Stauraum für Gepäck aus. So kann ein 3-Personen-Zelt mit einer
kleinen Apsis (=überdachtes Vorzelt ausserhalb des eigentlichen Innenzeltes)
für 3 Personen mit Gepäck schon zu klein sein - während in einem 2 - 3
Personenzelt mit 2 grossen Apsiden sich auch 3 genügsame Personen unterbringen
lassen. Also: immer den Anwendungszweck beachten und überlegen, wieviel
Gepäck unbedingt im Zelt verstaut werden muss.
- Zeltform
Die klassische Zeltform für den Camper ist das Kuppelzelt, bei dem zwei
gekreuzte Gestängebögen die Basis bilden. Häufig bildet ein dritter,
kürzerer Gestängebogen eine Vergrößerung der Apsiden. Diese Zelte stehen
i.d.R. ohne Häringe frei - weshalb sie sehr leicht aufzubauen sind. Der
zweite wichtige Zelttyp sind die Tunnelzelte, welche durch zwei oder
mehrere hintereinander stehende Gestängebögen gebildet werden. Hier kann
durch einen zusätzlichen Gestängebogen eine sehr große Apsis geschaffen
werden, weshalb sich Tunnelzelte vor allem für viel Stauraum anbieten.
Sowohl Tunnelzelte, aber auch einfache Kuppelzelte bieten dem Wind relativ
viel Angriffsfläche aber eher wenig Stabilität durch die wenigen Gestängebögen.
Geodätische Zelte haben mehrere Stangen, die in unterschiedlicher Weise
zueinander gekreuzt werden und daher deutlich höhere Stabilitäten erreichen.
Allerdings werden sie dadurch auch schwerer.
- Wasserdichtigkeit
Das wichtigste Qualitätsmerkmal für den Alltagsgebrauch bei Zelten ist
die sog. "Wassersäule", die angibt, welchen Wasserdruck das Außenmaterial
des Zeltes aushält, bevor es nass durchgeht. Insbesondere der Zeltboden
benötigt besonders hohe Wassersäulen-Werte, da ja hier der Druck der
Personen drauf lastet und evtl. unter dem Zelt angesammeltes
Wasser durchgedrückt wird. Für absolute Wasserdichtigkeit
in regenreichen Gebieten sollte eine Wassersäule von 8000 - 10000 mm
erreicht werden. Gelegentliche Regenschauer hält auch ein Zeltboden mit
5000 mm aus. Ein Aussenzelt, dass sich gut und ohne Falten abspannen
läßt benötigt hingegen keine so hohen Wassersäule-Werte - hier reichen
3000 bis 5000 mm in der Regel locker aus. Schlecht sind hingegen Mulden
im Überzelt, in dem sich das Wasser sammeln und dann schon mal durchdrücken
kann. Eine weitere Schwachstelle bilden die Nähte. Bei PU-Überzelten
sind diese abgetapt. Bei silikonisierten Überzelten müssen sie - sofern
Wasser hindurchkommt mit Nahtdichter aus Silikonkleber abgeklebt werden,
da normales Tape hier nicht hält.
- Windstabilität
Dieses Kriterium ist insbesondere für Expeditionen in stürmische Gebiete
besonders wichtig. Die Windstabilität wird grundsätzlich vom Gestänge
gebildet. Die besten Expeditionszelte haben Alugestänge aus hochwertigstem
Aluminium. Fiberglas ist hingegen deutlich instabiler hauptsächlich noch
in Billig-Zelten verwendet. Am wenigsten windstabil sind Tunnelzelte,
da sie vor allem bei Seitenwind diesem nicht viel entgegensetzen können
- solange sie längs zum Wind stehen, können sie jedoch durchaus mit Kuppelzelten
mithalten. Bei starkem Wind müssen Tunnel- und Kuppelzelte sauber abgespannt
werden, um Gestängebrüche zu vermeiden. Deutlich mehr halten die meisten
geodätischen Zelte aus - die alleine durch die Gestängekonstruktion schon
deutlich höhere Windgeschwindigkeiten aufnehmen können. Allerdings müssen
bei Sturm auch diese konsequent abgespannt werden.
- Gewicht
Wer sein Zelt über längere Zeit selbst tragen muss, der wird peinlichst
auf geringes Gewicht achten. Allerdings wird dies
nur durch Einsparungen bei Platzangebot, Wassersäule oder der Windstabilität
erreicht werden. Aus diesem Grund solle man sich vor dem Zeltkauf sehr
genau überlegen wofür man das Zelt einsetzen möchte. Eine Gewichtsangabe
für eine bestimmte Zeltgröße ist daher sehr schwierig. Ein Zwei-Personenzelt,
das absolut minimalistisch hinsichtlich Platzangebot und Windstabilität
bei durchschnittlicher Wassersäule ausgelegt ist, kann durchaus deutlich
unter 2 kg wiegen - während ein hochwertiges 2-Personen-Expeditionszelt
mit hoher Wassersäule und sehr hoher Windstabilität über 4kg schwer sein
kann.